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Deutscher Bauherrenpreis für "Jules et Jim"

Das NUWOG-Gebäude „Jules et Jim“ im Künetteweg trägt nicht nur einen ungewöhnlichen Namen...

...nach einem ungewöhnlichen Film, sondern ist auch mehrfach ausgezeichnet: Jetzt bekam es eine „besondere Anerkennung“ im Wettbewerb um den Deutschen Bauherrenpreis, der unter anderem vom Bund Deutscher Architekten (BDA) und dem deutschen Städtetag ausgelobt wird. Sie wurde am Mittwoch, 17. Februar, in Berlin verliehen. 

Die Jury würdigte dabei insbesondere die „architektonisch höchst überzeugende“ und „unkonventionelle Lösung“ der Kombination von geförderten familiengerechten Wohnungen und integrierter Kindertagesstätte auf relativ geringer Fläche. Der Gebäudewinkel sei städtebaulich das „Scharnier zwischen der heterogenen Bebauung nach dem Krieg und den neuen Wohngebieten“ am Glacis Park. Das Leitbild des renommierten Preises, der die besondere Rolle der Bauherren hervorhebt, lautet „Hohe Qualität – tragbare Kosten“.

In der Sparte Neubau waren 141 Projekte aus dem ganzen Bundesgebiet eingereicht worden. Vergeben wurden zehn Preise und zehn besondere Anerkennungen. Eine davon ging an die Neu-Ulmer Wohnungsgesellschaft NUWOG. Deren Geschäftsführer Andreas F. Heipp, der seit Juli 2015 im Amt ist, dankte seinen Vorgängern Jasmin Kemmler und Helmut Mildner sowie den Mitarbeitern, die das Projekt auf den Weg gebracht und umgesetzt hatten. Es spiegle die die hohe soziale Verantwortung sowie den gestalterischen und städtebaulichen Anspruch der Wohnungsgesellschaft wider, die mit „Jules et Jim“ einmal mehr ihren Mut zur Innovation unter Beweis gestellt habe. Heipp wertet das Projekt auch als beispielhaftes Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen NUWOG und Stadt Neu-Ulm: Das gelte für die Umsetzung ebenso wie für die Nutzung als Wohngebäude und Kindertagesstätte.  

Das Modellvorhaben der Obersten Baubehörde zum familienfreundlichen Wohnen in der Stadt wurde 2014 fertiggestellt. Die Besonderheit des vom Berliner   Architekturbüro Kleine Metz geplanten Projektes ist nicht zuletzt die innere Aufteilung des markanten Gebäudewinkels mit 31 Wohnungen für Familien: Da die Freifläche für die Kindertagesstätte reserviert ist, sind im Innern und auf dem Dach Gärten und Plätze angelegt, in und auf denen sich die Bewohner zu vielfältigen Aktionen treffen können. Die komplexe Aufgabe sei nicht nur architektonisch höchst überzeugend und diszipliniert, sondern auch zu gut vertretbaren Kosten umgesetzt, heißt es in der Begründung für die Anerkennung im Wettbewerb. Der Deutsche Bauherrenpreis, der seit 1986 alle zwei Jahre ausgelobt wird, gilt als bedeutendste Auszeichnung für Wohnungsbau in Deutschland.

Bereits im vergangenen Jahr hatte „Jules et Jim“ eine Anerkennung beim bundesweiten Deutschen Ziegelpreis des Ziegel Zentrums Süd e.V. und der Bayerischen Architektenkammer erhalten. Darüber hinaus wurde das innovative Projekt mit dem thomaswechs-Preis des BDA Bayern für die Region Schwaben ausgezeichnet.  

Info: Der Deutsche Bauherrenpreis mit dem Untertitel „Hohe Qualität – Tragbare Kosten“ – gilt in der Fachwelt als wichtigster Preis im Bereich des Wohnungsbaus in Deutschland. Ausgelobt wird er vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem Bund Deutscher Architekten und dem Deutschen Städtetag. Zur Zielsetzung heißt es in der Ausschreibung: „Gesellschaftliche Verantwortung und Bewusstsein für die Qualität von Lebensräumen müssen im Wohnungsbau neben den Parametern der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit das Ziel aller Beteiligten bleiben. Ausschlaggebend dafür sind die Entscheidungen der Bauherren, die nicht nur auf tragbare Kosten beim Bauen, sondern auf die langfristige Wirtschaftlichkeit ihrer Investitionen achten müssen. Das setzt Qualitätsbewusstsein bei Grundrissgestaltung, Materialwahl und Erscheinungsbild voraus, denn nur bedürfnisgerechte, an veränderte Ansprüche anpassbare Wohnhäuser mit guten Standortqualitäten werden auf Dauer nachgefragt.“