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Hohe Nebenkostenabrechnung?

Die aktuelle Energiekrise sorgt für viel Unsicherheit und Sorgen.
Was viele allerdings nicht wissen: Wenn sie durch eine Nachzahlung der Nebenkosten in eine finanzielle Notlage geraten, können Sie vorübergehend im Monat der Zahlungsfälligkeit Hartz IV Leistungen in Anspruch nehmen.
Das gute hierbei: Das gilt auch für Haushalte, die bisher keinen Anspruch auf Hartz IV haben.

Beispiel:
NUWOG Mieter Jonas lebt allein und hat eine Warmmiete von rund 400 € (inkl. Heizkosten). Er verdient netto 1.200 € im Monat bei seiner Arbeitsstelle. Üblicherweise hätte er damit keinen Anspruch auf die Grundsicherung, da das Einkommen das Existenzminimum übersteigt. Der Regelbardarf ist hier für Alleinstehende bei 449 € plus die Wohnkosten. Damit liegt er normalerweise bei 351€ darüber.
Doch im Oktober 2022 fällt eine Nebenkostennachzahlung von 900 € an. Das erhöht die Wohnkosten auf 1.300 € und der Bedarf auf 1.749 €. Das ist mit einem Gehalt von 1.200 € im Monat nicht zu stemmen. Deshalb hätte er für diesen Monat Anspruch auf mind. 549 € Hartz IV Leistungen. Hierbei wird jedoch ohne Freibeträge fürs Einkommen gerechnet.

Wichtig: Der Zeitpunkt des Antrags
Wie so vieles ist es hier auch äußerst wichtig, dass der Antrag rechtzeitig gestellt wird: Nämlich in genau dem Monat, in dem die Nachzahlung fällig ist. Im Beispiel von Jonas wäre das der Oktober 2022.
Von Vorteil: Seit Beginn der Corona-Krise und noch bis zum 31.12.2022 werden dabei nicht mehr die "Angemessenheit der Wohnkosten" geprüft. Normalerweise wäre dies nämlich einer der Hauptpunkte, ob ein Anspruch auf die Leistungen besteht. Außerdem wird auch dein eventuell vorhandenes Vermögen nicht berücksichtigt - solange dies nicht mehr als 60.000 € beträgt.

Für Rentner:
Diese Regelungen gelten auch für Rentner! Auch sie können beim Sozialamt den Anspruch auf vorübergehende Ergänzung zur Grundsicherung geltend machen, wenn sie durch hohe Nebenkostennachzahlungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Good to know:
Einer Ratenzahlung zur Tilgung der Nachzahlungsforderung sollte nicht zugestimmt werden. Denn dadurch kann man unter die Bedarfsgrenze fallen und hat keinen Anspruch mehr auf die Zusatzleistungen. Da macht es immer noch mehr Sinn, möglichst einen kleinen Betrag pro Monat zur Seite zu legen.